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Informationen zu den Tutorials

Mission Engineering mit dem Unified Architecture Framework (UAF)
Raum:  Saal 5
Tutorialgeber: Aurelijus MORKEVIČIUS1, Tobias KAISER2
1Dassault Systèmes UAB 23DS Deutschland GmbH

Kurzzusammenfassung:
Bei der Planung und Durchführung von Mission Engineering (ME) Studien ist ein vollständiges, konsistentes und nachvollziehbares Modell der Missionsarchitektur entscheidend. Die Komplexität moderner Missionsszenarien – geprägt durch vielfältige Akteure, dynamische Abläufe und unsichere Informationslagen – stellt hohe Anforderungen an Methoden und Werkzeuge des Systems Engineering. Das Unified Architecture Framework (UAF) hat sich als geeigneter Ansatz erwiesen, um solche Missionsarchitekturen modellbasiert zu beschreiben und zu analysieren. Mit der Weiterentwicklung von UAF, insbesondere in Version 1.3, wurden zusätzliche Konzepte eingeführt, die eine gezieltere Unterstützung von Mission Engineering ermöglichen.

Dieses Tutorial vermittelt die grundlegenden Konzepte des Mission Engineering sowie deren Umsetzung mit UAF. Dabei werden zentrale Modellierungselemente wie Missionsphasen, Ziele, Szenarien, Missions-Threads und Ressourcenarchitekturen eingeführt und systematisch angewendet. Zur Veranschaulichung wird ein durchgängiges Beispiel verwendet: "Die Schlacht um Hoth" aus dem Star-Wars-Universum. Anhand dieses Szenarios werden sowohl methodische Grundlagen als auch konkrete Modellierungsansätze praxisnah vermittelt.

Ziel des Tutorials ist es, den Teilnehmern ein fundiertes Verständnis der modellbasierten Beschreibung von Missionsarchitekturen zu vermitteln und aufzuzeigen, wie UAF zur Strukturierung, Analyse und Weiterentwicklung komplexer Missionsszenarien eingesetzt werden kann.

Tutorial-Kategorie: Einsteiger
Begrenzung auf: 30 Teilnehmer

Struktur statt Bauchgefühl - Systementwicklung mit MBSE und dem System Architecture Framework (SAF)
Raum:  Saal 8
Tutorialgeber: Markus Andres1, Frank Braun2
1HENSOLDT Sensors GmbH 2oose eG

Kurzzusammenfassung:
Model-Based Systems Engineering (MBSE) verspricht Transparenz, Konsistenz und Nachvollziehbarkeit, scheitert in der Praxis jedoch häufig an fehlender Orientierung: Modelle wachsen unstrukturiert, Zusammenhänge zwischen Anforderungen, Funktionen und Architektur bleiben unklar und der Übergang von Konzepten zur physikalischen Umsetzung ist oft nicht systematisch. Genau hier setzt das System Architecture Framework (SAF) der Gesellschaft für Systems Engineering (GfSE) an. Dieses Rahmenwerk bietet entlang der Architektur Management Domäne, Operationellen, Konzeptionellen und Physikalischen Domäne klare, an ISO 15288 ausgerichtete Regeln für Verhaltens- und Strukturbeschreibung. Das SAF unterstützt ein konsistentes Vorgehen im Engineering vom Verständnis der Problemstellung bis hin zur technischen Realisierung und hat sich in der industriellen Praxis über verschiedene Branchen hinweg bewährt, darunter Automotive, Aerospace & Defence, Medizintechnik, Automatisierungstechnik sowie Transportation.

In diesem Tutorial vermitteln wir die grundlegenden Konzepte des SAF anhand eines durchgängigen Praxisbeispiels, von einer konzeptionellen Black-Box White-Box Beschreibung bis zur schrittweisen verfeinerten physikalischen Lösung. Dabei wird ein FMCW-Radarsensor live über einen Raspberry Pi angesteuert, sodass die Teilnehmer den Übergang von einem Systemarchitekturmodell zu einem realen System nachvollziehen und direkt miterleben können. Der Fokus liegt auf praktischem Einsatz und Systemmodellierung, um technische Fragestellungen konkret umzusetzen. Die Teilnehmer wenden die Konzepte aktiv an, diskutieren Modellierungsentscheidungen und erleben, wie das Rahmenwerk Orientierung im Engineering-Prozess schafft.

Ziel ist es, ein klares Verständnis dafür zu vermitteln, wie MBSE mit Hilfe des SAF strukturiert und praxisnah eingesetzt werden kann und wie sich typische Herausforderungen im Engineering beherrschen lassen.

Tutorial-Kategorie: Einsteiger
Begrenzung auf: 30 Teilnehmer

KI-gestützte Architekturentscheidungen am Beispiel der SysML v2
Raum:  Saal 9
Tutorialgeber: Ruslan Bernijazov1 , Rik Rasor1 , Thomas Meenken2
1AI Marketplace GmbH 2Schlateck LLC

Kurzzusammenfassung:
Architekturentscheidungen sind ein wesentlicher Kern des Systems Engineering: Sie übersetzen Anforderungen in konkrete Lösungsräume, machen Zielkonflikte sichtbar und prägen spätere Eigenschaften wie Performance, Robustheit, Kosten und Änderbarkeit. Ziel des Tutorials ist es, KI-Assistenz in Architekturentscheidungen praktisch zu vermitteln. Es richtet sich an SE- und MBSE-Praktiker:innen mit Erfahrungen in modellbasiertem Arbeiten, die lernen möchten, wie generative KI bei der Ableitung, Strukturierung, Bewertung und Nachverfolgung von Architekturentscheidungen unterstützen kann. Ausgehend von einer beispielhaften Anforderungsspezifikation betrachten wir, wie alternative Lösungsarchitekturen abgeleitet, beschrieben und bewertet werden können. Am Beispiel der SysML v2 modellieren die Teilnehmenden Anforderungen, Funktionen, Architekturbausteine, Schnittstellen und entscheidungsrelevante Parameter eines kompakten technischen Systems. Ein Schwerpunkt liegt auf der Kopplung von Architekturmodell und Simulation: Architekturvarianten werden anhand ausgewählter Kriterien wie Reichweite, Energiebedarf, Masse oder Reaktionszeit bewertet. Dabei wird gezeigt, wie Schnittstellen- und Kernparameter aus dem Modell in eine leichtgewichtige Simulation überführt, Parametergrenzen untersucht und Rückschlüsse auf Architekturentscheidungen gezogen werden können. Auch Änderungs- und Impactanalysen werden an konkreten Beispielen behandelt: Eine geänderte Anforderung wird KI-gestützt durch Modell und Simulation verfolgt, um Auswirkungen auf Architektur, Parameter, Schnittstellen und Bewertungsergebnisse sichtbar zu machen. Nach einer kurzen Einführung in generative KI arbeiten die Teilnehmenden in geführten Hands-on-Phasen und reflektieren Nutzen, Grenzen und notwendige Prüfschritte. Die IT-Infrastruktur wird bereitgestellt; erforderlich ist ein Notebook mit Internetzugang.

Tutorial-Kategorie: Fortgeschrittene
Begrenzung auf: 40 Teilnehmer

SysML lesen und verstehen – Entscheidungsrelevante Informationen aus Systemdiagrammen sicher nutzen
Raum:  Saal 10
Tutorialgeber: Ulrike Hlawatsch1, Bastian Stühler1, Elisabeth Eichstetter1, Oluwaferanmi Oguntona1
1Accenture, Engineering Services

Kurzzusammenfassung:
SysML‑Modelle werden zunehmend als zentrale Informationsbasis in der Produkt‑ und Systementwicklung eingesetzt. Häufig sind jedoch nicht nur Modellierer, sondern auch Projektverantwortliche, Anforderungsmanager, Entwickler, und weitere Stakeholder in Entscheidungen eingebunden, die auf diesen Modellen beruhen. Für diese Zielgruppe fehlt oft ein verständlicher Zugang zu SysML.

Dieses Einsteiger‑Tutorial vermittelt praxisnah, wie SysML‑Diagramme gelesen, verstanden und für Entscheidungen genutzt werden können – ohne selbst die Modellierung zu beherrschen. Die Teilnehmenden lernen die wichtigsten Diagrammtypen und deren Aussagekraft kennen und verstehen, welche Fragen mit welchem Diagramm beantwortet werden können. Nach kurzen, verständlichen Theorie‑Inputs zu den jeweiligen SysML‑Grundlagen arbeiten die Teilnehmenden in interaktiven Kleingruppen an ausgewählten Diagrammbeispielen. Dabei analysieren sie reale Entscheidungssituationen und leiten relevante Informationen aus SysML‑Modellen ab. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit SysML zu gewinnen und Modelle gezielt als Kommunikations‑ und Entscheidungsinstrument in der täglichen Arbeit zu nutzen.

Das Tutorial basiert auf einem erprobten Grundlagentraining „SysML lesen und verstehen“ und kombiniert strukturierte Wissensvermittlung mit praktischer Anwendung und Austausch.

Tutorial-Kategorie: Einsteiger
Begrenzung auf: 20 Teilnehmer

Durch den Systems Engineering Dschungel
Raum:  Saal 14
Tutorialgeber: Dr. Christian Tschirner1, Prof. Dr. Andreas Deuter2
1Two Pillars GmbH 2Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Kurzzusammenfassung:
Systems Engineering entwickelt sich rasant – und ist dabei doch ein alter Hut? Klassische Methoden, Model-Based Systems Engineering (MBSE), Simulation, zunehmend auch Künstliche Intelligenz oder Themen wie der Digital Twin prägen das Feld. Für Einsteiger entsteht dadurch schnell ein unübersichtlicher „Dschungel“ aus Begriffen, Methoden und Werkzeugen. Dieses Tutorial bietet eine strukturierte und praxisnahe Orientierung für Teilnehmende. Ideal für Neusteinsteiger, Wiedereinsteiger – oder einfach nur Interessierte.

Ziel des Tutorials ist es, den Teilnehmenden ein strukturiertes Verständnis der wichtigsten Konzepte, Methoden und Standards im Systems Engineering zu vermitteln und sie insbesondere in die Lage zu versetzen, diese miteinander zu vergleichen und einzuordnen. Dabei werden sowohl klassische Ansätze als auch relevante Normen (z.B. ISO-Standards), unterschiedliche MBSE-Methoden sowie ergänzende Disziplinen wie Simulation und der Einsatz von KI betrachtet. Darauf aufbauend wird vermittelt, wie dieses Wissen praktisch genutzt werden kann – etwa zur fundierten Auswahl geeigneter Werkzeuge, zur Integration von KI in bestehende Prozesse, oder aber auch „einfach nur“ zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Disziplinen und Rollen. Hierzu werden die Methoden in einem kurzen Modellierungsworkshop mit Pen & Paper eingesetzt. Am Ende des Tutorials sind die Teilnehmenden in der Lage, sich im „Systems Engineering Dschungel“ zu orientieren, zentrale Ansätze kritisch zu bewerten und erste fundierte Entscheidungen für ihren eigenen Kontext zu treffen.

Tutorial-Kategorie: Einsteiger
Begrenzung auf: 26 Teilnehmer

MBSE wirkungsvoll einführen - Technik und Organisation im Zusammenspiel
Raum:  Saal 17
Tutorialgeber: Mirko Frank1, Marco Lanfrit2
1Deloitte Consulting GmbH 2Ansys Germany GmbH

Kurzzusammenfassung:
Modellbasiertes Systems Engineering wird häufig als methodische oder technologische Fragestellung verstanden, entfaltet sein Potenzial jedoch nur bei geeigneter organisatorischer Verankerung. Das Tutorial betrachtet MBSE als soziotechnisches System und untersucht das Zusammenspiel von Organisation, Methodik und operativer Umsetzung. Zunächst wird aufgezeigt, welche Strukturen, Rollen und Entscheidungsmechanismen erforderlich sind, damit Systemmodelle wirksam werden. Darauf aufbauend wird anhand eines durchgängigen Beispiels demonstriert, wie diese Zielbilder in einer MBSEToollandschaft operativ umgesetzt werden können und wie dadurch Transparenz, Konsistenz und Entscheidungsqualität im EngineeringAlltag gesteigert werden. Der Fokus liegt auf Vorgehensweisen, Erfahrungswerten und belastbaren Wirkzusammenhängen.

Tutorial-Kategorie: Einsteiger & Fortgeschrittene
Begrenzung auf: 30 Teilnehmer

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